Pinterest Ads als Performance-Kanal: Für welche Ziele, Branchen und Funnel-Stufen sie sich lohnen
Was sind Pinterest Ads?
Promoted Pins sind bezahlte Werbeanzeigen auf Pinterest, die Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar im organischen Inhalt der visuellen Plattform wiederfinden. Unternehmen, die Bilder- oder Videowelten nutzen, können mit Pinterests Promoted Pins eine noch unbekannte Zielgruppe erreichen.
Wie funktionieren Pinterest Ads als Performance-Kanal?
Pinterest-Nutzerinnen und -Nutzer sind auf der Suche nach Inspirationen und Produkten. Daher verzeichnet bezahlte Werbung eine hohe Conversion-Rate. In der Praxis zeigt sich: Insbesondere in der sogenannten Consideration-Phase kann Pinterest im Vergleich zu klassischen Feed-Kampagnen effizientere ROAS-Werte (Return on Ad Spend) erzielen. Außerdem erhalten Nutzerinnen und Nutzer von Pinterest Ads automatisch KI-gestützte Vorschläge zur stetigen Optimierung.
Die Plattform übernimmt bei den Social Ads eine ungewöhnliche Rolle. Sie verbindet erste Ideen mit messbarer Performance im Entscheidungsprozess. Die Position von Pinterest Ads liegt nach der ersten Inspiration, aber vor einer finalen Kaufentscheidung. Damit schließt die Werbeplattform eine Lücke zwischen Brand-Werbung und stark conversion-getriebenen Feed-Kampagnen auf Meta, TikTok oder Google.
Für welche Branchen sich Pinterest Ads besonders lohnen
Unternehmen aus Branchen und Industrien, die physische Produkte vermarkten, sind bei Pinterest Ads klar im Vorteil. Die B2C-Kundschaft mit Fokus auf Ideen, DIY und Bildung generiert 20 bis 30 Prozent ihres Social Traffics über Video- und Bildinhalte. Für Marken lohnt sich Pinterest insbesondere dann, wenn sie erklärungsbedürftige Lösungen mit Grafiken oder als Bewegtbild aufbereiten können.
Welche Ziele Sie mit Pinterest Ads erreichen können (von Awareness bis Conversion)
Werbetreibende setzen Pinterest häufig im oberen Funnel-Bereich ein. Welche Rolle der Kanal im Funnel tatsächlich einnimmt, hängt jedoch stark vom Kampagnenziel, den Creatives und dem Tracking-Set-up ab.
- Reichweite und Markenbekanntheit steigern
- Engagement anstoßen und Website-Traffic generieren
Um Vertrauen aufzubauen, können Pinterest-Ads-Nutzer in der Consideration-Phase Idea Pins erstellen, Infografiken teilen oder thematische Boards aufbauen. Retargeting-Kampagnen können bereits der Schlüssel sein, um Engagement anzustoßen und Traffic auf die Website zu führen. In dieser Phase ist das Ziel, Pins zu sichern, Klicks zu generieren oder E-Mail-Anmeldungen zu sammeln.
- Leads und Käufe erzielen
Leads oder direkte Käufe sind das Ziel der letzten Customer Journey. Dazu gibt es „Shop-the-Look“-Pins und „Collection Ads“ mit dem direkten Call-to-Action (CTA): „Jetzt anmelden“ oder „Jetzt kaufen“. Landingpages und Formulare sind oftmals das Ziel von potenziellen Leads, um Return on Advertising Spend (ROAS) zu ermöglichen.
Warum Pinterest Ads besonders in der Consideration-Phase überzeugen
Pinterest Ads haben sich am stärksten in der Consideration-Phase bewährt. Dies liegt vor allem an der Art der Nutzung der Plattform. Nutzer suchen dort aktiv nach Inspirationen für eigene Projekte. Sie vergleichen ihre Optionen und sind dadurch deutlich kaufbereiter als auf anderen Plattformen. Werbung kann ihnen eine Orientierung geben, Vertrauen aufbauen und die eigene Marke als bevorzugte Lösung präsentieren. Wer jedoch kurzfristige Abverkäufe innerhalb weniger Tage erwartet, wird bei Pinterest häufig enttäuscht. Der Kanal benötigt Planungs- und Lernzeit. Klassische Feed-Kampagnen auf Meta oder TikTok reagieren in der Regel schneller auf Nutzer, die spontan bereit sind, ihr Geld in die Dienstleistung oder das Produkt eines Werbetreibenden zu investieren.
Pinterest Ads Best Practices: Warum das Creative entscheidet
Wer als Werbetreibender bei Pinterest Anzeigen nachhaltig schalten will, der setzt auf inhaltliche Relevanz. Budget-Druck, also das schnelle Hochskalieren des Budgets und kurzfristige Optimieren der Conversions, steht auf dieser Werbeplattform an zweiter Stelle. Wer an dieser Stelle hilfreichen, ästhetischen und lösungsorientierten Content anbietet, baut Vertrauen auf und wird dadurch früh im Entscheidungsprozess sichtbar. Und genau hier funktionieren folgende Promoted Pins am effizientesten:
- Idea Pins: Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder How-tos.
- Infografiken und Before/After-Visuals mit Mehrwert und nachvollziehbaren Veränderungen.
- Themen-Boards: Hier muss die inhaltliche Linie klar sein, etwa nachhaltiges Wohnen, Ideen für Outfits oder DIY-Trends.
- Bilder und Videos: Realitätsgetreue und authentische Visuals überzeugen mehr als Hochglanzwerbung – der Fokus sollte auf dem Nutzen statt auf der Produktdarstellung liegen.
- Inhalte, die zum Speichern einladen. Checklisten, Tipps, Micro-Guides oder Moodboards bringen hier den Hebel zum Pinnen.
Pinterest Ads messen: ROAS, Pinterest Tag, Conversion-Tracking und Attribution richtig einordnen
Werbetreibende sollten die Ergebnisse ihrer Anzeigen besonders im Blick behalten. Dazu müssen sie ihre Kampagnen sauber messen und auswerten, um sie steuern zu können. Nur so lässt sich herausfinden, wie Umsatz oder Leads am effizientesten erzeugt werden.
Damit erste belastbare Conversion-Daten vorliegen, können bei Pinterest bereits mehrere Wochen vergehen. Der Algorithmus benötigt Signale, wie etwa Klicks, Saves, Add-to-Cart-Events oder Leads. Erst dann steuert der Algorithmus Zielgruppen und Creatives effizient aus. Conversions erfolgen bei Pinterest deshalb oft verzögert, weil die Werbung früh im Entscheidungsprozess ausgespielt wird.
Dieser zeitversetzte Effekt bleibt allerdings messbar: mittels des Pinterest-Tags und definierten Events. Daran lassen sich Interaktionen entlang der Funnel-Stufe nachvollziehen und bewerten.
Traffic und Impressionen im Pinterest Content Manager.
Mit dem Pinterest Tag können Werbetreibende gezielt Conversions und Leads auf ihrer eigenen Website tracken. Das Tag kann beispielsweise in Kontaktformulare auf Landingpages implementiert werden. So kann nachvollzogen werden, welcher Website-Besucher zum Lead oder Kunden konvertiert ist. Außerdem ist das Tag mit Google Tag Manager oder Shopify kompatibel.
Es lassen sich beispielsweise folgende Parameter messen:
- Seitenaufrufe (z. B. Produktseite oder Blogartikel)
- Add-to-Cart-Events und Käufe
- Registrierungen, Downloads oder Newsletter-Anmeldungen
Um nachzuvollziehen, an welchem Punkt der Customer Journey eine Conversion ausgelöst wurde, bietet Pinterest unterschiedliche Attributionsmodelle: „Last Click“, „First Click“ oder „Multi Touch“-Attribution. Gerade im Kontext von Pinterest-Ads greift eine reine Last-Click-Betrachtung jedoch häufig zu kurz.
Da Pinterest besonders stark in der vorbereitenden Consideration-Phase wirkt, entsteht der Einfluss des Kanals oft bereits in einem früheren Stadium. Dies ist vor der Conversion. Wer ausschließlich den letzten Klick bewertet, unterschätzt schnell den tatsächlichen Leistungsbeitrag von Pinterest. Das gilt insbesondere im Zusammenspiel mit Search- oder Retargeting-Kampagnen.
Fazit: Pinterest Ads als Performance-Hebel im Entscheidungsprozess
Pinterest Ads sind kein Ersatz für klassische Social-Ads-Kanäle. Ihre Stärke liegt darin, dass Nutzer dort noch suchen, vergleichen und Inspiration sammeln. Genau in dieser vorbereitenden relevanten Phase entsteht ihr Performance-Beitrag. Der Kanal wirkt somit früher im Entscheidungsprozess als viele andere Social-Media-Systeme.
Wer ausschließlich auf schnelle Conversion-Signale oder eine reine Last-Click-Betrachtung setzt, unterschätzt häufig den relevanten Einfluss von Pinterest. Dies gilt vornehmlich im Zusammenspiel mit Search- und Retargeting-Kampagnen. Pinterest verlangt strategische Creatives, eine saubere Funnel-Logik und differenzierte Attribution. Unternehmen mit visuell starken Produkten, längeren Entscheidungszyklen und planungsintensiven Kaufprozessen profitieren besonders davon. Für kurzfristige Sales-Ziele oder rein performancegetriebene Feed-Impulse sind andere Plattformen wie Meta, TikTok oder Google Ads meist effizienter.
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